Das Seminar: „Begegnungen mit dem inneren Schweinehund“

Ist es in Ihrem Leben Zeit für eine Veränderung? Wollen Sie ehrgeizige Ziele erreichen und Schieberitis überwinden? Etwas Verrücktes auf die Beine stellen? Dann sollten Sie mein Schweinehund-Seminar unbedingt besuchen! Das nächste Seminar „Begegnungen mit dem inneren Schweinehund“ findet bald statt!

Seit bald 10 Jahren biete ich die Ausbildung zum/zur Burnout-Berater/in an. Jedes Seminar ist auf’s Neue eine unglaublich bereichernde Erfahrung für mich. Das Teilnehmerpublikum ist meist sehr gemischt. Überwiegend kommen zwar Heilpraktiker/innen. Aber auch aus anderen Branchen, aus nahezu allen Gesellschafts- und Wirtschaftsbereichen sind immer wieder Teilnehmer/innen mit dabei. Unternehmer, Gewerkschaftler, Polizisten, Journalisten, Lehrer, Betreibsärzte, Physiotherapeuten, Führungskräfte aus allen Branchen usw. Sogar ein Bestattungsunternehmer und ein Ex-Profi-Fussballtrainer waren schon einmal dabei.

Seltsamerweise habe ich die Themen „Schieberitis“ und „Den inneren Schweinehund überwinden“ nie mit den Themen „Burnout“ und „Ziele erreichen“ oder dem Verlassen der Komfortzone in Verbindung gebracht. Dabei spielen Ziele und Zielsetzungen im Bereich der Burnout-Prävention eine enorm wichtige Rolle und auch der innere Schweinhund ist dabei immer ein Thema. Erst meine Teilnehmer haben mich darauf aufmerksam gemacht.

Tatsächlich haben offenbar (fast) alle Menschen so ihre liebe Not damit, regelmäßig ihren inneren Schweinhund zu überwinden. Die einen schaffen es besser, die anderen schwerer. Und viele schaffen es lange Zeit sehr gut und dann ist plötzlich die Luft raus. So, als wäre einer der Dementoren aus den Harry-Potter-Romanen vorbei gekommen und hätte ihnen alle Kraft und Energie aus dem Körper gesaugt.

Dass Menschen sich oftmals nur schwer aufraffen können, ihren inneren Schweinhund zu überwinden, sich neue Ziele zu setzen und zu erreichen, ist schon ein seltsames Phänomen. Aber nachdem ich mich vor rund 15 Jahren selbst mit einem Burnout herumplagte und schließlich die Kraft fand, meine Karriere als Investmentbanker an den Nagel zu hängen, mich auf die Schulbank zu setzen, eine Trainer- und Heilpraktikerausbildung zu absolvieren, ein Buch über das Thema Burnout zu schreiben und mich selbstständig zu machen, habe ich nun inzwischen viel darüber gelernt, wie es am besten gelingen kann, den inneren Schweinhund zu überwinden.

Seit November 2018 vermittle ich die wesentlichen Hintergründe dazu in einem 2-Tages-Seminar, das jeweils an einem Samstag/Sonntag oder Freitag/Samstag stattfindet. Eingeladen zu diesem Workshop sind all diejenigen, die tief in sich eine Stimme hören, die ihnen immer wieder und immer lauter zuraunt: „Entwickle dich! Mach endlich etwas anders! Verfolge deine Ziele! Es steckt mehr in dir!“ Selbstständige und Freiberufler dürfen sich ebenso angesprochen fühlen, wie Angestellte, Studenten oder Arbeitssuchende!

Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen versichern: Diese Stimme wird nicht aufgeben, Sie vorwärts zu treiben. Und wenn Sie versuchen, sie mit Macht zu ignorieren, wird sie nur um so lauter werden…

Bis bald!

Ihr Friedhelm Sommerland

Selbstfürsorge und Psychohygiene

Wir leben in unruhigen Zeiten – und zwar seit mindestens 100.000 Jahren!

Tatsächlich drängt sich vielen von uns der Eindruck auf, dass alles in unserer Welt immer verrückter und schlimmer wird. In meinen Seminaren, in denen es oft auch um das Thema „Selbstfürsorge“ geht, bringen Teilnehmer nicht selten zum Ausdruck, dass ihnen das Thema „Angst“ zu schaffen macht. Das sind meist ganz persönliche Ängste, die ihnen im Alltag zu schaffen machen. Und wenn wir uns die beunruhigenden Nachrichten aus aller Welt anschauen, ist das ja auch nicht ganz unberechtigt. Aber ist es wirklich notwendig, diese schlechten Nachrichten fortlaufend zu konsumieren? Warum greifen Menschen andauernd zu ihrem Smartphone und checken die neuesten Nachrichten? Ein starkes Motiv, das uns Menschen antreibt, ist die Neugier. Dieses Motiv war auf unserer „Bio-Festplatte“ sozusagen vorinstalliert, als wir das Licht der Welt erblickten. Und das aus gutem Grunde: Eine gesunde Neugier ist notwendig, damit wir fortlaufend lernen und somit wichtige Informationen speichern, die wir benötigen, um unser Überleben zu sichern. Wenn wir nicht wissen, was sich in unserem Umfeld verändert, kann uns das zum Nachteil gereichen. Um das zu vermeiden, benötigen wir also möglichst viele Informationen. Das Problem besteht nun aber darin, dass wir in unserem Informationszeitalter gnadenlos mit völlig überflüssigen Information bombardiert werden. Welchen Nutzen hat es für uns, wenn wir erfahren, dass in China ein Zug entgleist ist oder in Florida ein Haus von eine Windböe umgeweht wurde? Die Kunst besteht heute also darin, die wichtigen Informationen, von den unwichtigen zu trennen. Ich nenne das „Psychohygiene“. Psychohygiene ist ein Teil des Themas „Selbstfürsorge“. Es bedeutet, dass wir uns auf der bewussten Ebene überlegen sollten, welche Informationen wir wirklich konsumieren wollen. Es gibt Informationen, die gute Gefühle in uns auslösen. Das führt zu einem Ausstoß entsprechender Glückshormone. Und es gibt Informationen, die das Gegenteil bewirken. Warum konsumieren wir „verdorbene Informationen“, wir essen doch auch keine verdorbene Nahrung?

Wir halten es selbst in der Hand!

Das ist es, was ich mit Psychohygiene meine: Wir sollten auf achtsame Weise in uns hinein hören und herausfinden, welche Informationen uns wirklich gut tun. Schnell wird sich herausstellen, dass es wenig Sinn hat, alle 30 Minuten im Radio die Nachrichten zu hören oder permanent den Live-Ticker zu verfolgen. Es geht nicht darum, sich von der Welt abzukapseln. Es genügt durchaus, einmal am Tag Nachrichten zu hören oder im Netz die neuesten Headlines zu checken. Und auch den einen oder anderen Krimi oder Horrorfilm darf man getrost weglassen. Denn all diese Bilder und Informationen, die wir dabei aufnehmen, tun in unserem Unterbewusstsein weiter ihr Werk. Nicht selten lösen sie (gleich oder später) Ängste oder sogar Angststörungen aus. Psychohygiene im Sinne von Selbstfürsorge wird in der Zukunft zu einem immer wichtigeren Thema werden. Das schöne ist, die Evolution hat uns das wichtigste Instrument, das wir benötigen, um Psychohygiene zu betreiben, direkt mitgeliefert: Unseren Verstand.

Ein frohes Weihnachtsfest

… sowie einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2017 wünsche ich Ihnen qzsayzp.

Meine Gedanken sind in diesen Tagen bei den Angehörigen der Todesopfer und der Verletzten des schrecklichen Anschlages in Berlin am Breitscheidplatz. Mögen Sie mit dieser schrecklichen Bürde irgendwie umgehen und den Schmerz möglichst bald überwinden können.

Ich bitte meine Leser, Besucher, Teilnehmer und Klienten, sich an Online-Petitionen, wie die von Avaaz, und an Spendenaktionen zu beteiligen. Es gilt, der Armut in der Welt entgegenzutreten. Ich bin der festen Überzeugung, dass Menschen sich viel leichter von Demagogen für ihre Ziele missbrauchen lassen, wenn sie in Armut und Elend leben. Nur wenn es uns gelingt, den Wohlstand dieser Welt gerechter zu verteilen, werden wir eine Chance haben, dauerhaft in Frieden und Sicherheit zu leben.

Herzliche Grüße

Friedhelm Sommerland

Fördert Alkohol Burnout?

Problembewältigung ist nicht immer einfach: Die Zurechtweisung vom Chef, der Streit mit dem Partner, der Kunde, der den Großauftrag widerrufen hat. Der emotionale Ärger, der durch solche alltäglichen Ereignisse entsteht, verleitet den einen oder anderen dazu, sich abends ein „Gläschen“ zu gönnen. Die sogenannte „euphorische Phase“ nach dem ersten Glas Wein oder Bier beschert uns ein wohliges Gefühl und die Welt wird ein wenig erträglicher und für eine gewisse Zeit sogar rosarot.
Natürlich glauben wir auch gern diesen (fragwürdigen wissenschaftlichen) Studien, in denen behauptet wird, dass Rotwein das Herzinfarktrisiko senken und das Leben verlängern würde. Aber niemand hinterfragt die Laborbedingungen oder die Auftraggeber dahinter.

Mir ist ein anderes Laborexperiment mit Laborratten zum Thema Alkohol in Erinnerung geblieben, von dem ich einmal im Radio hörte (die genaue Quelle ist mir leider nicht mehr in Erinnerung, ich freue mich über entsprechende Hinweise…). Diese Studie gab mir zu denken:

Die Forscher platzierten konzentrierten Alkohol in einem Käfig voller Ratten. Die Ratten rochen daran, zogen sich aber angewidert zurück. Nachdem sich sie sich lange vehement geweigert hatten, diese fremde und abartig riechende Substanz zu konsumieren, folgte der zweite Schritt des Experimentes: Man zwang die Ratten, Alkohol zu sich zu nehmen, indem man ihnen einige Tropfen auf die Zunge träufelte. Anschließend überließ man die Ratten wieder sich selbst, bot ihnen aber in ihrem Käfig weiterhin Alkohol an. Und was geschah? Die Ratten begannen fortan ganz von selbst, Alkohol zu konsumieren und zwar mit steigender Tendenz. Ganz offensichtlich mussten sie zunächst Bekannschaft mit der euphorisierenden Wirkung der Droge machen, um den vordergründig widerlichen Geschmack dieser giftigen Substanz ertragen und überwinden zu können. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass es durch den allerersten Alkoholkonsum zu einer sofortigen Umstrukturierung im Gehirn kommt, die dazu führt, dass die Ratten fortan den schlechten Geschmack der Droge ignorierten, um die berauschende Wirkung wieder und wieder erleben zu können.

Für den einen oder anderen, der sich nach einem langen, stressreichen Arbeitstag auf ein Gläschen Rotwein, Whisky oder den teuren Cognac freut, könnte das eine schmerzhafte Erkenntnis sein, denn es würde bedeuten, dass er/sie einer milliardenschweren Lüge auf den Leim gegangen ist.

Jeder soll nach seinen Wünschen glücklich werden. Ich werfe niemandem seine Schwächen vor. Und wer seine Gelüste ernsthaft im Griff hat und Alkohol wirklich nur mäßig konsumiert, wird wohl auch keinen ernsten Schaden davon tragen. Nach Informationen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) gelten als „risikoarme Alkoholmengen“: bis 24 g reinen Alkohols pro Tag bei Männern (etwa zwei kleine Flaschen Bier (0,66 l) oder zwei kleine Gläser Wein (0,25 l) und ungefähr die Hälfte davon für Frauen. Eine wöchentliche Alkoholabstinenz von mindestens zwei Tagen gilt als empfehlenswert.

Als Experte im Bereich Burnout und Burnout-Prävention möchte ich lediglich darauf hinweisen, dass am Beginn dieses Erschöpfungssyndroms meist Stress, soziale Probleme und Isolation stehen. Werden diese Probleme mit Alkohol betäubt, steigt die Gefahr einer künftigen Abhängigkeit. Und fatalerweise werden die Symptome eines Burnouts durch den Kater- bzw. Hangover-Effekt am nächsten und den darauffolgenden Tagen verstärkt. Werden diese dann widerum mit Alkohol (oder anderen Drogen bekämpft) entsteht eine gefährliche Abwärtsspirale.

Wer aufhören möchte zu glauben, dass ihm ohne Alkohol etwas fehlen würde, dem empfehle ich das Buch „Endlich ohne Alkohol!: Der einfache Weg mit Allen Carrs Erfolgsmethode“ von Allen Carr.

Weihnachtsgruß 2014

Ein ereignisreiches Jahr 2014 neigt sich dem Ende zu. Ich bedanke mich bei all meinen Kunden, Klienten und Geschäftspartnern für die angenehme und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Vor allem bedanke ich mich bei den Schulleitern der Paracelsus Schulen Berlin, Rostock, Braunschweig und Dresden, bei den Kollegen der .garage Berlin GmbH und der AHAB-Akademie Berlin. Weiterhin bedanke ich mich bei all denen, die mir in meinen Seminaren, in Einzelberatungen und in Einzelcoachings Ihr Vertrauen und Ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben und hier insbesondere bei denen, die sich auch noch mit einem Gästebucheintrag auf meiner Website verewigt haben. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2015!
Herzlichst
Ihr/Euer
Friedhelm Sommerland

Unternehmen ohne Hierarchie?

Hierarchien haben in der menschlichen Gesellschaft eine lange Tradition. Das Wort Hierarchie stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Heilige Ordnung“. Schon im römischen Reich und in der römisch-katholischen Kirche wusste man, dass sich Machtapparate durch hierarchische Strukturen festigen lassen. Gleichzeitig bestand und besteht ihr Vorteil darin, dass mit ihrer Hilfe an Personengruppen und an einzelne Personen zum Teil hochspezialisierte Aufgaben übertragen werden können und die korrekte Aufgabenerfüllung ohne Weiteres überprüft werden kann. Insofern verdanken wir der Idee der „Heiligen Ordnung“ ganz sicher einen Teil der rasanten technischen, wissenschaftlichen und zivilisatorischen Entwicklung unserer Welt. Doch bedeutet das auch, das wir den Sinn einer hierarchischen (bürokratischen) Ordnung deshalb niemals in Frage stellen dürfen?

In einer Umfrage zum Thema Arbeitszufriedenheit aus dem Jahre 2008 hat das IFAK-Institut Taunusstein herausgefunden, dass sich nur noch 12 Prozent der deutschen Angestellten als loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber betrachten. 70 Prozent der Befragten schätzten sich als gleichgültig und 15 Prozent sogar als sabotagebereit ein. Die Hintergründe hierfür werden immer wieder untersucht. Klar ist, dass Menschen in hierarchisch organisierten Unternehmen und Organisationen vor allem über ihr geringes Wirksamkeitserleben klagen. Sie haben den Eindruck, nichts bewirken zu können. Hinzu kommt, dass die bürokratische Kontrolle immer stärker zunimmt. In einer Hierarchie muss sich jede Führungskraft irgendwie gegenüber dem Linienvorgesetzten absichern, dass sie ihren (Kontroll-)Pflichten nachgekommen ist. Das hat zur Folge, dass sich die bürokratischen Strukturen aufblähen und sich der Einzelne in der jeweiligen Struktur als ohnmächtig und unwirksam betrachtet. Unzufriedenheit, Frustration bis hin zum Burnout sind bekannte Folgen.

Dass es auch anders geht, zeigt das brasilianische Unternehmen SEMCO, geführt durch Ricardo Semler. Semler hat bereits in den 1980-iger Jahren konstatiert: „Wenn man es sich genauer ansieht, muss man feststellen, dass das traditionelle System nicht funktioniert.“ Seine Schlussfolgerung, dass man seinen Mitarbeitern im Rahmen demokratischer Strukturen die Möglichkeit geben sollte, ihren Produktionsprozess selbst zu bestimmen, hat er seither in seinem Unternehmen radikal umgesetzt. Das Ergebnis dieser Innovation fasst er wie folgt zusammen: „So ziemlich jeder, den es wirklich interessiert hat, ist hergekommen, um zu sehen, ob es wahr ist. Und unsere Zahlen sind über jeden Zweifel erhaben.“ Tatsächlich ist das Unternehmen SEMCO überaus erfolgreich am Markt unterwegs und ein strahlendes Beispiel dafür, dass Organisationen nicht zwingend hierarchisch organisiert sein müssen, um erfolgreich zu sein (siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Semco_System).
In meinen Seminaren zum Thema Burnout diskutiere ich mit den Teilnehmern immer wieder über die Ursachen der Entstehung von Burnout und Erschöpfung am Arbeitsplatz und berichte dann vom Semco-System. Als ich unlängst in einem Seminar einschränkend hinzufügte, dass es sicherlich Strukturen gäbe, in denen Hierarchien tatsächlich unvermeidlich wären, z.B. beim Militär, erklärte mir eine Teilnehmerin, dass sie andere Erfahrungen gemacht habe. Sie sei als Soldatin bei der Bundeswehr zweimal in Afghanistan gewesen. Bei ihrer ersten Ankunft stellte sie verwundert fest, dass die übliche Hierarchie und die damit verbundenen Dienstgrade dort keine Bedeutung hätten. Alle waren miteinander „per DU“, alle Aufgaben, wie zum Beispiel der Wach- oder der Reinigungsdienst würden von allen gemeinsam organisiert und vom Dienstgrad unabhängig und völlig gleichberechtigt durchgeführt.

Wenn das so stimmt, was ich freilich selbst nicht beurteilen kann, muss ich sagen, überrascht es mich nicht nur, sondern es stimmt mich auch zuversichtlich, dass sich unsere Arbeitswelt eines Tages vollständig zum Positiven verändern wird. Immerhin gibt es weltweit, auch in Deutschland, schon so einige Semco-Nachahmer, vor allem in der IT-Branche.

Heilpraktiker statt Arzt?

Nur jeder dritte psychisch Kranke erhält in Deutschland die Chance auf eine Therapie. Das berichtete Süddeutsche.de am 28.01.2014 und beruft sich hier auf den Präsidenten der Psychotherapeutenkammer (BPtK), Rainer Richter. „Psychisch kranke Frührentner werden praktisch abgeschrieben“, kritisierte er. Zuvor hatte die BPtK eine Studie in Berlin veröffentlicht, nach der in Deutschland immer häufiger abhängig Beschäftigte wegen psychischer Erkrankungen in Frührente gehen. Nahezu jede zweite neue Frührente würde heute psychisch verursacht (42 Prozent). Die Anzahl der Betroffenen stieg somit innerhalb von zehn Jahren um etwa 25.000 auf 75.000 im Jahr 2012. Die betroffenen Frauen und Männer sind dann im Durchschnitt erst 49 Jahre alt.
Dass diese rasante Zunahme psychischer Erkrankungen in erster Linie systemische und gesellschaftliche Ursachen hat und sicherlich noch weiter zunehmen wird, habe ich in meinem im Jahr 2009 erschienenen Buch „Sold out! der ausgebrannte Verkäufer“ bereits ausführlich untersucht.
Warum aber wird diesen in Not geratenen Menschen so wenig Hilfe zu Teil? Auch hier treffen wir wieder auf systemische Phänomene, die in diesem Fall vor allem das Gesundheitssystem in Deutschland betreffen. Seit Jahrzenten liefern sich Schulmediziner und Anbieter alternativer Heilmethoden, wie z.B. Heilpraktiker, Grabenkämpfe. Schulmedizinisch ausgebildete Ärzte werfen Heilpraktikern immer wieder vor, ungenügend ausgebildet und nicht wirksam zu sein. Heilpraktiker dagegen werfen der Ärzteschaft vor, zu sehr auf finanzielle Vorteile bedacht zu sein, zu schnell mit Medikamenten auf psychische Erkrankungen zu reagieren, statt geeignete Therapien einzuleiten und starke Lobbyarbeit zu betreiben. Wer aber hat Recht?
Tatsache ist, dass im deutschen Gesundheitssystem aktuell nur drei Verfahren für die von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierte Psychotherapie zugelassen sind: die Verhaltenstherapie, die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Analytische Psychotherapie. Dabei haben sich in den letzten Jahrzehnten vielfältige neue und überaus erfolgreiche Therapieformen entwickelt, wie z.B. die Neuro-Linguistische Psychotherapie, das Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) oder die Logotherapie u.v.a.m.
Obwohl sich deren Wirksamkeit und oft kürzere Behandlungsdauer in der Praxis weltweit millionenfach herausgestellt hat, weigern sich vor allem die gesetzlichen Krankenkassen, die Zulassungskriterien diesbezüglich zu verändern. Das Ergebnis ist, dass sich viele Schulmediziner diesen neuen Entwicklungen verschließen oder entsprechende Leistungen nur auf privatärztlicher Basis anbieten. Ganz unschuldig dürften die Ärzte selbst auch nicht sein, denn für eine Kurzzeittherapie 25 Stunden an Leistung abrechnen zu können, hat für das eigene Portemonai schon eine Bedeutung. Mit Methoden wie EMDR in deutlich kürzerer Zeit zum Erfolg zu gelangen, könnte finanzielle Einbußen bedeuten.
Und so gehen sie weiter, die Grabenkämpfe. Und die Last trägt zum Schluß der Patient. Er ist das schwächste Glied in der Kette. Dabei wäre es relativ einfach, einen gemeinsamen Weg zu finden. Am Beispiel der „Osteopathie“ lässt sich erkennen, wie eine Lösung aussehen könnte. Viele Patienten bestätigten, nach dem sie die Kosten für den Osteopathen zunächst selbst übernehmen mussten, die Wirksamkeit dieser Behandlungmethode. Und siehe da: Viele Krankenkassen haben umgedacht und übernehmen inzwischen die Kosten für derartige Leistungen, im Schnitt bis zu 400,00 Euro im Jahr mit einem Selbstbehalt bis zu 20%.
Warum ist ein solches Vorgehen im Hinblick auf psychische Erkrankungen nicht machbar? Es gibt in Deutschland viele sehr gut ausgebildete Heilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie, die mit alternativen Heilmethoden ihren Patienten schon jetzt sehr erfolgreich helfen. Die Ärzteschaft würde dabei nicht verlieren, denn wenn ein Betroffener heute teilweise bis zu einem Jahr auf einen Therapieplatz warten muss, könnte in diese Lücke der Heilpraktiker springen und so zumindest die erste Not des Erkrankten auffangen, ohne dass deshalb dem niedergelassenen Arzt ein finanzieller Nachteil entstünde. Die zunächst höheren Kosten würden ganz sicher durch die geringeren Frühverrentungen wieder ausgeglichen werden.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft bald darauf besinnen, dass es der Mensch ist, der zählt und nicht das Geld.

Weihnachtsgruß 2013

Meinen Klienten, Kollegen und Geschäftspartnern wünsche ich ein friedliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und ein gesundes und erfolgreiches erfolgreiches Jahr 2014!
Herzlichst
Ihr Friedhelm Sommerland

Deutschlands Beste Arbeitgeber

Immer mehr Menschen suchen ihr (berufliches) Heil in der Selbstständigkeit. Das ist auch gut so, denn wer abhängig, also „angestellt“ tätig ist, muss sich einer leider all zu oft menschenfeindlichen Firmenphilosophie unterwerfen, bei der es fast immer gnadenlos um Unternehmensprofite geht. Allerdings spürt der frisch gebackene Selbstständige sehr bald, dass auch er selbst alles tun muss, um seine Ertragssituation zu verbessern, denn Gewerbemiete, Krankenkasse und Rentenbeiträge müssen bezahlt werden. Ohne Gewinne hat ein Unternehmen keine Chance zu überleben. Wem die Selbstständigkeit also zu gefährlich ist, weil zu risikoreich, der hatte bisher nur die Chance sich dem Diktat des nächstbesten Unternehmens zu unterwerfen und stillschweigend alle Demütigungen und Schwachsinnigkeiten zu ertragen, die ein hierarchisch (oder monarchisch) organisiertes Unternehmen tagtäglich produziert. Wer aber bei der Wahl des Arbeitgebers Vorsicht walten lassen will, weil er von moderner Sklaverei nichts hält, hat es ziemlich schwer, unter den schwarzen Schafen ein weißes zu finden. Ein wenig behilflich könnte dabei das „Great Place to Work Institut Deutschland“ sein. Es hat bereits im April 2013 zum elften Mal „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ gekürt. Bei der Preisverleihung für das Jahr 2013 in Berlin wurden insgesamt 100 große, mittlere und kleinere Unternehmen aus allen Branchen und Regionen bewertet. Darunter finden sich auch Unternehmen wie die „Lands‘ End GmbH“ oder der „Schindlerhof Klaus Kobjoll GmbH“, von denen seit vielen Jahren bekannt ist, dass hier eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur gepflegt wird. Natürlich gibt es keine absolute Sicherheit, dass sich unter die 100 gekürten Unternehmen keine schwarzen Schafe geschmuggelt haben. Doch wer gerade auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz ist, sollte diese Liste unbedingt genauer unter die Lupe nehmen. Näheres finden Sie hier.

Nach der Wahl ist vor der Wahl…

Die Wahlen sind vorbei und das Volk hat sich (überwiegend) dafür entschieden, dass alles so bleiben soll, wie es ist. Ganz klar, wir mögen keine Veränderungen! Jedenfalls nicht, wenn es uns einigermaßen gut geht. Unsere steinzeitlichen Vorfahren mussten sicherlich oft schmerzhaft erfahren, dass Veränderungen auch Gefahren mit sich bringen, z.B. als sie neue Jagdgründe für sich erschlossen und dann feststellten, dass sie mit anderen Sippen und Stämmen Probleme bekamen. Kennen Sie das Graves-Value-Modell? Das ist eine bio-psycho-soziales Erklärungsmodell für die gesellschaftliche und menschliche Entwicklung, erarbeitet von Prof. Clare Graves. Dieses Modell sagt u.a. aus, dass (alle) Systeme gesetzmäßig in die Krise geraten. Und diesen Krisen folgen entweder Reformen oder sie enden in der sogenannten Gamma-Falle, dem totalen Zusammenbruch. Auf der Ebene des einzelnen Individuums ist dieser Zustand durchaus auch mit dem Burnout-Syndrom vergleichbar. Was meinen Sie: Wird es mit der neuen (alten) Regierung umfassende Reformen geben, die den totalen Zusammenbruch langfristig verhindern? Das bleibt zu hoffen. Denn immer nur so weiter zu machen wie bisher, ist ein gefährliches Spiel.

Warum gibt es in Deutschland eigentlich keine Zukunfts-Partei, eine Partei, die sich zum Ziel setzt, die Probleme der Zukunft zu lösen? Würden damit nicht zwangsläufig auch die Probleme der Gegenwart gelöst werden? Nahezu alle etablierten Parteien sprechen zum Beispiel gegenwartsbezogen von der Vollbeschäftigung. Werden wir in 50 oder 100 Jahren die menschliche Arbeitskraft überhaupt noch benötigen? Aus der Sicht einer Partei, die sich mit der Zukunft auseinandersetzt, müsste man schon heute nach einer Finanzierungsmöglichkeit des „kollektiven Freizeitparks Deutschland“, wie es Altkanzler Helmut Kohl einst sarkastisch ausgedrückt hat, suchen. Solange es uns einigermaßen gut geht, ist der Impuls der Mehrheit, so weiterzumachen wie bisher, mehr als verständlich. Doch sollte uns das nicht dazu verleiten, die Probleme der Zukunft komplett auszublenden. Das Graves-Value-Modell warnt uns: Wer rechtzeitige Reformen unterlässt, läuft Gefahr, in die Gamma-Falle zu stürzen! Die massive Zunahme psychischer Erkrankungen in Bevölkerung sollte uns wachrütteln und klar machen, dass das Fieber unserer Gesellschaft steigt. Und das sollte auch die aktuell noch zu bildende Bundesregierung beachten, denn: Nach der Wahl ist vor der Wahl!

Wahlen 2013

Bald sind Bundestagswahlen! Und? Schon entschieden? Oder gehören Sie zu den Menschen, die schon so ausgebrannt sind, dass sie nicht mal mehr wählen gehen (können)? Das ist dann natürlich Ihr gutes Recht, denn schließlich leben wir in einer Demokratie. Niemand muss sein Kreuzchen an irgendeiner Stelle machen. Dennoch möchte ich Sie gerne davon überzeugen, wählen zu gehen. Wenn auch manche Menschen Politik verdrossen sein mögen, was ich gut verstehen kann, so werden doch die Dinge nicht besser, wenn wir nicht wählen gehen. Sicherlich, man kann den Eindruck haben, dass die eigene Stimme nicht viel wiegt. Doch das stimmt eben nicht. Unsere Demokratie muss jeden Tag neu erkämpft werden und das geht eben nur, wenn wir uns alle aktiv beteiligen.

In meinem Kampf gegen das Burnout-Syndrom stelle ich immer wieder fest, dass in nahezu allen großen Unternehmen und auch in vielen staatlichen Institutionen immer mehr Mitarbeiter am psychischen Limit angekommen sind. Sie können einfach nicht mehr, weil sie – offenbar gezielt – oder zumindest grob fahrlässig, ausgesaugt werden. Alles ist so offensichtlich, doch niemand spricht Klartext oder wehrt sich dagegen. Sicherlich auch deshalb, weil er/sie glaubt, nichts an all dem ändern zu können. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es politische Kreise gibt, die alles dafür tun, dass noch mehr Menschen ausbrennen. Warum? Ganz einfach: Menschen, die ausgebrannt sind, sind schwach. Sie wehren sich nicht mehr, weil keine Kraft dazu haben. Den größten Unsinn lassen sie lethargisch über sich ergehen. Das könnte Methode sein! Je weniger Menschen wählen gehen, um so näher kommen diese Kreise ihrem vermeintlichen Ziel, der Demokratie zu schaden oder sie ganz abzuschaffen. Darum meine Bitte an Sie: gehen Sie wählen! Denn das, was passiert, wenn niemand mehr wählen geht, wollen wir alle nicht erleben. Dessen bin ich mir sicher.

Soeben erschienen, soeben eingetroffen…

..der Stressreport 2012 (Stressreport Deutschland 2012, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Januar 2013):

Da ist er wieder, der Stressreport 2012! Der zweite nach 2006. Und siehe da, welche Überraschung: Arbeit wird immer anstrengender! Aber nicht körperlich, sondern psychisch! Die Zahlen für psychische Erkrankungen explodieren regelrecht. Das alarmiert die Verfasser bzw. deren Auftraggeber des Stressreportes natürlich! Oh Schreck! Ausbeutung macht krank! Wer hätte das gedacht? Haben wir nicht alle gedacht, das es unserer Gesundheit dienen würde, wenn wir uns 8 und mehr Stunden täglich von einem missgelaunten Chef oder Chefin zu einer sinnentleerten Tätigkeit knechten lassen? Der schnöde Mammon macht es möglich. Schließlich müssen wir alle unsere Hypothek zurückzahlen und wollen Urlaub im Süden machen. Und ein neuer Flachbildschirm wäre ja auch nicht schlecht. Da muss man eben die Augen schließen, wenn man ganz zufällig mitbekommt, wie der Chef durch seine Unfähigkeit seinen Aktionären einen Millionenschaden zufügt.

Und so werden wir zum „Klappe halten“ erzogen und „peu á peu“ in den bürokratischen Mühlen des Verwaltungsbetriebes zerrieben, schleppen uns von Wochenende zu Wochenende und brennen schließlich aus, weil wir uns einbilden, nichts an all dem ändern zu können und alles runter schlucken zu müssen.

Das ist ebenso richtig wie falsch. Denn: Natürlich kann der Einzelne auf den ersten Blick nicht all zu viel ausrichten, erst recht nicht eingefahrene Verwaltungs- und/oder Unternehmensstrukturen aus den Angeln heben. Allerdings gibt es die „Trotzmacht des Geistes“, wie es der berühmte österreichische Psychologe Viktor E. Frankl einst nannte. „Wir müssen uns von uns selbst nicht alles gefallen lassen!“ war seine bahnbrechende Erkenntnis. Darum: Versuchen Sie es doch einmal mit „zivilem Ungehorsam“ und kämpfen Sie gegen verkrustete Strukturen an, die unsere Demokratie gefährden! Vielleicht finden Sie ja ihren Spaß daran?